Wort auf dem Weg

Leben in Dankbarkeit

von Dagmar Popp

In Dankbarkeit leben ist eine Entscheidung und macht vieles im Alltag leichter. Natürlich gibt es gerade in dieser schwierigen Zeit viele Defizite der verschiedensten Art. Aber es bleibt eine persönliche Entscheidung, ob ich auf das schaue was mir fehlt oder ob ich mein Augenmerk darauf lenke was ich habe. Momentan leben wir mit vielen persönlichen Einschränkungen und Schwierigkeiten. Aber Jesus ist immer noch da. Er ist auferstanden und er lebt. Er ist derselbe gestern, heute und bis in alle Ewigkeit. Und er hat einen guten Plan. Ein dankbarer Lebensstiel ist nur mit einer gehörigen Portion Vertrauen möglich, gerade dann, wenn nicht alles wunschgemäß und planmäßig verläuft. Wir können in der Gewissheit leben, dass unser himmlischer Vater einen guten Plan für jedes seiner Kinder hat. Dafür lohnt es sich zu danken. Auch wenn es nicht immer erkennbar ist.

Anfang des Jahres bestätigte sich mein Verdacht und die Diagnose Krebs im fortgeschrittenen Stadium wurde diagnostiziert. Wie im Psalm 4,2 betete ich: „Der du mich tröstest in Angst, sei mir gnädig und erhöre mein Gebet.“ Voller Dankbarkeit schaute ich gedanklich auf meinen himmlischen Vater mit der Gewissheit im Herzen: er sorgt für mich und hat einen guten Plan. Sollte ich nun seinen Weg nicht auch freudig annehmen, nachdem ich so viel Gutes mit meinem Herrn Jesus erlebt hatte? Nein, Verzweiflung kam nicht auf. Wohl aber Dankbarkeit für mein bisheriges Leben, Dankbarkeit in einem medizinisch gut ausgestatteten Land zu leben um nahezu schmerzfrei sterben zu können, Dankbarkeit noch die Möglichkeit zu haben um wichtige Dinge zu ordnen, Dankbarkeit für liebe Menschen an meiner Seite, Dankbarkeit für die Vorfreude auf die Ewigkeit bei meinem Herrn und Heiland.

Noch ging es mir körperlich gut und ich war nahezu schmerzfrei. Also schnappte ich mir meinen kleinen Hund und gönnte mir ein Hotelzimmer an der schönen Ostsee, dankbar darüber, nicht mehr sparsam sein zu müssen. Voller Freude und Dankbarkeit genoss ich die Strandspaziergänge und einen wunderschönen Sonnenaufgang am Meer. Anschließend besuchte ich meinen ehemaligen Bibelkreis und einige Freunde/Glaubensgeschwister in meiner Heimat im hannoverschen Raum, um mich bei gemeinsamen Gebeten weitgehend zu verabschieden, in der Gewissheit, dass Gott nie einen Fehler macht.

Noch während dieser Reise erhielt ich einen Anruf meiner behandelnden Onkologin, die nun nach Rücksprache mit anderen Ärzten doch noch die Möglichkeit einer Operation einräumte. Also wurde Ende Februar der Tumor entfernt und ich bin geheilt. Ein Wunder! Dankbar gebe ich Gott alle Ehre.

Er hat immer einen guten Plan. Lasst uns darauf vertrauen und dankbar annehmen was er uns gibt, selbst wenn es nicht unseren Wünschen entspricht. Am Ende hat Gott das letzte Wort und meint es gut mit uns.