Wort auf dem Weg

Gedanken zur Jahreslosung

von Wilfried Arndt

Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers.“  Offenbarung 21,6

Wieder liegt ein neues Jahr vor uns. Was wird es uns bringen? Im Blick auf unseren Kosmos kann uns bange werden. Das vergangene Jahr hat uns durch manche Katastrophe erschreckt. Da gab es gewaltige Stürme, die ganze Gegenden verwüsteten. Andere Landstriche wurden durch Regen unter Wasser gesetzt. Das globale Klima beschäftigte Politiker und Wissenschaftler. Bei einer Demonstration sagte ein Teilnehmer aus Indonesien: Der Anstieg des Meeresspiegels überflutet unsere Inseln und macht sie unbewohnbar. Wohin wird das alles führen? Wird die Welt im Chaos enden? Fragen über Fragen.

Die Jahreslosung für 2018 zeigt in ihrem Zusammenhang eine ganz andere Perspektive. Sie rückt uns Gott, den Schöpfer dieser Welt, ins Blickfeld. Er hat die Welt nicht dem Selbstlauf überlassen. „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Gott liebt diese gefallene Welt, in der so viel Böses geschieht. Der Monatsspruch vom November, in dem ich diese Zeilen schreibe, lautet: „Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.“ Gott ist gegenwärtig. Es ist ihm nicht gleichgültig was unter uns geschieht. Schon jetzt will er uns erfüllen mit seinem Geist und uns zum Handeln bewegen. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Ein klarer Auftrag für unser Leben in dieser in dieser Welt und im neuen Jahr.

Die Perspektive der Jahreslosung geht weit über unser gegenwärtiges Leben hinaus. Gott, der Schöpfer und Herr dieser Welt, lässt seine Schöpfung nicht im Chaos versinken. Er schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde. Im Blick auf diese neue Schöpfung sagt er: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Drei Gedanken bewegen mich. Da ist der Redende, dann die große persönliche Zusage und schließlich das „umsonst“, also die Voraussetzung für die persönliche Zusage. Die Antworten werden uns in dem Buch der Offenbarung gegeben. Es ist der Zusammenhang in der unsere Jahreslosung steht. Der Redende stellt sich vor. „Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende.“ In der Gemeinschaft mit dem Schöpfer dieser Welt und der neuen Welt dürfen wir leben. Er schenkt uns volle Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft bedeutet, dass aller Lebensdurst und Lebenshunger gestillt ist. Er gibt aus der Quelle des lebendigen Wassers. Was mit diesem Bild gesagt ist, lesen wir in der Offenbarung einige Verse zuvor. „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Alles, was uns im alltäglichen Leben so belastet, hat ein Ende. Dieses Leben in voller Gemeinschaft mit Gott gibt es „umsonst“. Niemand muss oder kann sich diese Ewigkeitsperspektive verdienen. Das vergangene Jahr war geprägt von dem Reformationsjubiläum. Martin Luther ist ein Wort wichtig geworden, nämlich das Wort „Gnade“. Ein anderes Wort für das „umsonst“. Alles, was trennend zwischen dem heiligen Gott und uns stand, hat er durch Jesus Christus aus dem Weg geräumt. Unsere Sünde, unsere Rebellion gegen Gott, unsere Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit hat Jesus ans Kreuz getragen und gesühnt. Der Apostel Paulus drückt das so aus: „Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet.“ Jesus Christus ist der Schlüssel zum Reich Gottes. Wer ihm vertraut, dem steht dem Leben in dem neuen Himmel und der neuen Erde in ewiger Gemeinschaft mit Gott nichts im Wege. Möge uns diese Ewigkeitsperspektive im neuen Jahr immer neu bewusst werden.